Anzeigestufe
Formulierung des Indikators
Indikator Zweck
So erfassen und analysieren Sie die erforderlichen Daten
Der Indikator basiert auf der routinemäßigen Sterbefallüberwachung und nicht auf statistischen Modellen. Ermitteln Sie seinen Wert anhand der folgenden Methodik:
1) Definieren Sie zunächst, was als Müttersterblichkeit gilt: Für diesen Indikator wird Müttersterblichkeit gemäß den WHO-Standards definiert als „der Tod einer Frau während der Schwangerschaft oder innerhalb von 42 Tagen nach Beendigung der Schwangerschaft, unabhängig von der Dauer und dem Ort der Schwangerschaft, aufgrund einer Ursache, die mit der Schwangerschaft oder deren Behandlung zusammenhängt oder durch diese verschlimmert wurde“. Wenden Sie diese Definition einheitlich auf alle Datenquellen und Berichtszeiträume an.
2) Definieren Sie die Grundgesamtheit und den Berichtszeitraum: Geben Sie Folgendes eindeutig an:
- das geografische Gebiet, das von der Überwachung erfasst wird
- die Zielgruppe (z. B. Lagerbewohner, Aufnahmegemeinden, Einzugsgebiete)
- der Berichtszeitraum (wöchentlich, monatlich oder über die gesamte Projektlaufzeit aggregiert)
3) Datenquellen ermitteln und nutzen: Sammeln Sie Daten aus mehreren sich ergänzenden Quellen, um eine Untererfassung zu minimieren. Zu den wichtigsten Datenquellen könnten gehören:
-gemeindebasierte Überwachung: Regelmäßige Hausbesuche durch Gemeindegesundheitshelfer (CHWs) oder geschulte Freiwillige sind eine wichtige Informationsquelle für Todesfälle, die außerhalb von Gesundheitseinrichtungen auftreten.
-Unterlagen von Gesundheitseinrichtungen: Entbindungsstationen, Einrichtungen für geburtshilfliche Notfallversorgung, Überweisungskrankenhäuser
-Behörden und bestehende Systeme: lokale Gesundheitsbehörden, Systeme zur Personenstandsregistrierung (sofern funktionsfähig) oder Mechanismen zur Koordinierung humanitärer Gesundheitsmaßnahmen
Vergleichen Sie die Informationen aus verschiedenen Quellen nach Möglichkeit miteinander, um Fälle zu bestätigen und Doppelzählungen zu vermeiden.
4) Erhebung und Überprüfung von Daten zu Müttersterblichkeit: Während der Datenerhebung:
- jeden Todesfall bei Müttern als Einzelfall erfassen (Schätzungen vermeiden)
- grundlegende Angaben überprüfen (Alter, Schwangerschafts-/Wochenbettstatus, Ort des Todes, ungefährer Zeitpunkt)
- die Vertraulichkeit und den ethisch einwandfreien Umgang mit sensiblen Informationen gewährleisten
- einfache Überprüfungsverfahren (z. B. Überprüfung durch Vorgesetzte, Abgleich mit den Einrichtungen) anwenden, um die Datenqualität zu verbessern
5) Erfassung und Meldung von Müttersterblichkeitsfällen: Ermitteln Sie die Gesamtzahl der bestätigten Müttersterblichkeitsfälle, die während des Berichtszeitraums innerhalb der definierten Population und des definierten Gebiets erfasst wurden.
Aufschlüsseln nach
Soweit erforderlich und angemessen, können die Daten nach folgenden Kriterien aufgeschlüsselt werden:
- Altersgruppe
- Ort (Lager, Siedlung, Gemeinde)
- Ort des Todes (zu Hause, in einer Gesundheitseinrichtung, während des Transports)
- Zeitpunkt (Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett)
Eine Aufschlüsselung sollte nur dann vorgenommen werden, wenn die Datenqualität dies zulässt und die Vertraulichkeit gewahrt werden kann.
Wichtige Hinweise
1) Dieser Indikator gibt absolute Zahlen wieder, keine Müttersterblichkeitsrate. In vielen humanitären Krisensituationen ist die Zahl der Lebendgeburten zu gering oder zu ungewiss, um verlässliche Raten zu berechnen. Dennoch ist eine systematische Erfassung der Todesfälle nach wie vor unerlässlich und sollte den Gesundheitsbehörden mitgeteilt werden.
2) Der Indikator sollte in Verbindung mit Indikatoren zur Leistungserbringung (z. B. qualifizierte Geburtsbetreuung, Versorgung mit geburtshilflicher Notfallversorgung) interpretiert werden.
3) Bei der Datenerhebung müssen ethische Standards, die Vertraulichkeit und der Grundsatz „keinen Schaden anrichten“ beachtet werden.
4) Der Indikator ist einer der wichtigsten Ergebnisindikatoren der Generaldirektion „ ECHO“.